Zurück zum Ratgeber
1. Oktober 2026

Matcha für Einsteiger: erste Tasse Schritt für Schritt

Deine erste Schale Matcha in fünf Schritten: Menge, Sieb, Wassertemperatur und Aufschlagen. Dazu typische Fehler und die Frage: pur oder mit Milch?

Keramikschale mit frisch aufgeschlagenem Matcha und Bambusbesen, davor ein Bambuslöffel

Für die erste Schale siebst du etwa 2 g Matcha in eine Schale, gibst 70 ml Wasser von ungefähr 75 °C dazu und schlägst mit dem Bambusbesen (Chasen) zu feinem Schaum auf. Das Wasser darf nicht kochen, sonst wird Matcha schnell bitter. Wenn dir pur noch zu ungewohnt ist, fang mit einem Latte an: 2 g in 30 ml Wasser aufschlagen und mit 200 ml Milch oder Haferdrink auffüllen. Die meisten Anfängerprobleme kommen von zu heißem Wasser, fehlendem Sieben oder altem Pulver.

Was man für die erste Schale braucht

Du brauchst nur wenige Dinge:

  • Matcha in einer Qualität, die für das Trinken pur gedacht ist
  • eine Schale mit breiter, runder Form, in der der Besen Platz hat (eine Müslischale geht zur Not auch)
  • ein feines Sieb, ein normales Teesieb aus Metall reicht
  • einen Chasen, den Bambusbesen, für den feinen Schaum
  • einen Löffel, traditionell den Chashaku aus Bambus
  • Wasser, frisch erhitzt und kurz abgekühlt, nicht kochend

Wenn du alles auf einmal und passend zusammen haben möchtest, findest du im START RITUAL den DAILY (50 g) zusammen mit Chasen, Chashaku und Sieb. Eine Schale ist dort nicht dabei, die gibt es im FULL RITUAL, wahlweise als Glasschale RIN oder Keramik-Schale AKENO.

Ist das Zubehör wichtig, wenn ich nur Latte trinke?

Teilweise. Ein Metallsieb ist völlig in Ordnung und kein Kompromiss. Den Löffel kannst du durch einen kleinen Teelöffel ersetzen, wenn du vorher einmal abgewogen hast, wie viel bei dir ungefähr 2 g sind. Der Chasen ist das Teil, bei dem sich der Unterschied am deutlichsten zeigt: Mit ihm verteilt sich das Pulver am zuverlässigsten gleichmäßig im Wasser und wird schaumig. Für Latte gehen notfalls auch andere Hilfsmittel (siehe unten).

Worauf achtest du bei einem Set für Einsteiger?

Schau bei Schale, Sieb und Besen auf die Materialangaben. Eine Schale aus Keramik mit lebensmittelgeeigneter Glasur, ein Sieb aus Edelstahl und ein Chasen aus Bambus sind die üblichen Materialien. Achte bei der Schale auf den Hinweis, dass sie für Lebensmittel geeignet ist, und frag nach, wenn ein Set keine Materialien nennt.

Abmessen, Sieben, Wasser, Aufschlagen in fünf Schritten

Diese Schritte gelten für die dünne Zubereitung (Usucha), die am häufigsten getrunken wird.

  1. Schale vorwärmen. Gieße etwas heißes Wasser in die Schale, schwenke es und kippe es weg. So kühlt der Matcha in der Schale nicht so schnell ab.
  2. Abmessen. Üblich sind 1 bis 2 g Matcha je Schale. Nimm für den Anfang 2 g. Wie viele Löffel das sind, hängt vom Löffel ab: Löffel fallen unterschiedlich aus. Wiege die Menge einmal mit einer Feinwaage ab und merke dir, wie viel das mit deinem Chashaku oder Teelöffel ist.
  3. Sieben. Streiche das Pulver durch das Sieb direkt in die Schale. Matcha ist so fein, dass er leicht kleine Klümpchen bildet. Beim Sieben zerteilst du sie, und der Besen kann das Pulver gleichmäßig im Wasser verteilen. Mit dem Löffelrücken kannst du nachhelfen.
  4. Wasser dazugeben. Meist nimmt man 60 bis 80 ml Wasser, hier sind es 70 ml. Die Temperatur liegt bei 70 bis 80 °C, ungefähr 75 °C sind ein guter Wert. Mit kochendem Wasser schmeckt Matcha deutlich bitterer. Lass frisch gekochtes Wasser kurz abkühlen oder gieße es einmal in ein anderes Gefäß um. Für genaue Werte hilft ein Thermometer.
  5. Aufschlagen. Halte den Chasen locker zwischen Daumen und zwei Fingern, die Zinken knapp über dem Schalenboden. Bewege ihn mit lockerem Handgelenk schnell in einem M oder Zickzack hin und her, ohne den Boden zu kratzen. Wenn die Mischung gleichmäßig ist und sich eine feine Schaumschicht gebildet hat, hebst du den Besen langsam zur Oberfläche und ziehst ihn nach einer letzten ruhigen Runde in der Mitte heraus. Am Ende steht eine feine, dichte, hellgrüne Schaumschicht ohne große Blasen.

Trinke die Schale gleich, denn der Schaum fällt mit der Zeit zusammen und das Pulver setzt sich ab.

Was ist, wenn ich keinen Chasen habe?

Es geht auch ohne, nur wird der Schaum meist gröber. Möglich sind ein kleiner Schneebesen aus Metall in einer Tasse, ein elektrischer Milchaufschäumer oder ein verschließbares Glas oder ein Shaker, in dem du Matcha mit dem Wasser kräftig schüttelst. Am zuverlässigsten bleibt der Chasen. Sieben solltest du in jedem Fall vorher. Für Matcha pur lohnt sich der Chasen irgendwann, für Latte mit Milch kommst du zunächst auch ohne klar. Welche Besen, Siebe und Schalen es gibt und welches Set sich lohnt, liest du im Ratgeber zum Matcha-Zubehör.

Typische Anfängerfehler und wie man sie behebt

Der Matcha schmeckt bitter

Die häufigste Ursache ist zu heißes Wasser, also kochendes oder knapp darunter. Weitere Gründe sind zu viel Pulver für die Wassermenge und eine einfache Qualität, die für Latte gedacht ist. Gehe auf etwa 75 °C herunter, miss genau ab und probiere es mit 2 g auf 70 ml. Wenn es pur trotzdem herb bleibt, ist das nicht ungewöhnlich: Matcha hat von Natur aus eine grasige, herbe Seite. Viele Einsteiger finden den ersten Zugang über den Latte und gewöhnen sich von dort an das pure Aroma.

Der Matcha schmeckt dünn oder wässrig

Dafür gibt es drei Gründe: zu wenig Pulver, zu viel Wasser oder altes Pulver, das Aroma verloren hat. Prüfe zuerst die Menge: Wiege 2 g ab, statt zu schätzen, und nimm nicht mehr als 70 ml Wasser. In der Schale sieht das nach wenig aus, das ist normal und kein Fehler. Wer es danach noch kräftiger mag, nimmt etwas weniger Wasser. Schmeckt es trotz richtiger Menge flach und sieht das Pulver stumpf aus, ist es wahrscheinlich zu alt.

Es bleiben Klumpen

Meist wurde nicht gesiebt oder das Pulver direkt in kaltes Wasser gerührt. Siebe jedes Mal und gib das Wasser erst nach dem Pulver dazu. Hilfreich ist auch, zuerst nur einen kleinen Schluck Wasser dazuzugeben, das Pulver damit zu einer glatten Paste zu verrühren und dann den Rest aufzugießen. Wenn Klumpen im Wasser schwimmen, hilft es, den Besen schräg gegen den Rand zu drücken und sie zu zerdrücken.

Kaum Schaum oder große Blasen

Beim Aufschlagen hast du vermutlich den Besen zu langsam oder im Kreis bewegt, statt im Zickzack. Große Blasen entstehen bei zu tiefen, zu starken Bewegungen. Arbeite aus dem Handgelenk, nicht aus dem Arm, schneller statt kräftiger, und hebe den Besen zum Schluss nah an die Oberfläche, um große Blasen aufzulösen. Das Wasser sollte nicht zu kalt sein.

Die Farbe sieht merkwürdig aus

Gut ist ein frisches, leuchtendes Grün, der Schaum eher hellgrün. Sieht der Matcha gelblich, braun oder stumpf-olivfarben aus, ist das Pulver meist alt, schlecht gelagert oder wurde mit zu heißem Wasser aufgegossen. Schau bei Tageslicht auf die Schale, ein Foto kann täuschen. Wenn auch das Pulver in der Packung stumpf aussieht, liegt es am Pulver. Die Farbe allein sagt aber nichts darüber, ob du den Matcha noch verwenden kannst.

Es schmeckt nicht wie im Teehaus oder Café

Wer in Japan Matcha getrunken hat, kennt oft sehr frisch zubereitete Schalen aus frischem Pulver, teils in der dicken Form (Koicha: 3 bis 4 g auf 30 bis 40 ml). Dazu kommen gutes Wasser und ein geübter Handgriff. Zu Hause hilft: frisches Pulver, ein fest verschlossenes Behältnis, genaue Mengen, 75 °C, gesiebt und mit Chasen aufgeschlagen. Im Café kommt häufig Milch und manchmal Süße dazu, deshalb schmeckt die gleiche Menge dort runder. Mit einem Latte kommst du dem Café-Geschmack zu Hause am nächsten.

Wie lagere ich Matcha, damit er nicht schlecht wird?

Luftdicht verschlossen, dunkel und kühl. Nach dem Öffnen am besten innerhalb weniger Wochen verbrauchen, denn offenes Pulver verliert Farbe und Aroma schneller, als man denkt. Riecht Matcha muffig oder ranzig, ist er feucht oder feucht verklumpt oder siehst du Schimmel, entsorge ihn.

Pur oder mit Milch beginnen?

Beides ist richtig, es hängt von deinem Geschmack ab.

  • Pur zeigt den echten Charakter von Matcha: grasig, leicht herb, mit einer Umami-Note. Rechne mit 2 g auf 70 ml Wasser von etwa 75 °C. Wer nach dem ersten Schluck das Gesicht verzieht: Das ist normal und kein Zeichen, dass du etwas falsch machst. Das heißt nicht, dass du Matcha dauerhaft nicht mögen wirst: Viele gewöhnen sich über den Latte und mehrere Versuche an den herben Geschmack.
  • Als Latte ist er milder und runder. Schlage 2 g in 30 ml Wasser von etwa 75 °C auf und fülle mit 200 ml Milch oder Haferdrink auf, auf Eis oder warm. Wer es süßer mag, rührt eine Kleinigkeit Sirup oder Zucker ein, am besten erst nach dem Probieren.

Wenn dein erster Versuch bitter war, aber als Latte gut schmeckte, hast du nichts falsch gemacht. Grenze die Bitterkeit über Temperatur und Menge ein und probiere die pure Schale später erneut.

Was bestelle ich im Café als Erstes?

Wenn du dort zum ersten Mal Matcha probierst, nimm einen Latte. Er ist weniger herb und zeigt dir den Geschmack, ohne dass du direkt die pure Variante trinken musst. Frag, ob der Matcha gesüßt ist, denn das variiert.

Wie schmeckt gut zubereiteter Matcha?

Ein guter Matcha riecht frisch und grün, ähnlich wie frisch gemähtes Gras oder gedämpfter Spinat. Im Mund ist er weich und leicht cremig. Dazu kommen eine milde Süße, eine leichte Herbe und ein Umami-Eindruck, der ein bisschen an Brühe erinnert. Er sollte nicht scharf bitter und nicht staubig-trocken schmecken. Eine leichte Herbe im Nachgang ist normal, sie sollte aber nicht lange kratzen.

Der Schaum ist fein, die Flüssigkeit samtig, ohne sandigen Satz am Schalenboden.

Wie es danach weitergeht

Wenn die erste Schale gelungen ist, kannst du dich in kleinen Schritten vortasten:

  1. Mengen anpassen. Ein bisschen mehr oder weniger Wasser verändert Stärke und Süße deutlich.
  2. Zwischen pur und Latte wechseln, zum Beispiel pur am Morgen und als Eismatcha am Nachmittag.
  3. Eine zweite Sorte probieren, etwa eine zum Trinken pur und eine für Latte und Rezepte.
  4. Auf Frische achten: lieber kleine Packungen kaufen und nach dem Öffnen in wenigen Wochen aufbrauchen.
  5. Hojicha ausprobieren: Das ist ein gerösteter Grüntee, der ebenfalls als Pulver angeboten wird. Er schmeckt nussig und mild, ist weniger herb und lässt sich ähnlich zubereiten.

Zum Einstieg passen kleine Packungen: Der PURE in der 30-g-Dose kostet 39,90 €, der DAILY im 50-g-Beutel 34,90 €. Auf dem Markt liegt japanischer Matcha bei 30 g meist zwischen 19 und 49 €. Bei 2 g je Schale reichen 30 g für 15 Portionen und 50 g für 25 Portionen.

Häufige Fragen

Sieht es normal aus, wenn ich zum ersten Mal Matcha trinke?

Ja, in den meisten Fällen. Normal sind ein sattes bis hellgrünes Getränk mit feinem Schaum und etwas Pulver, das sich nach einiger Zeit absetzt. Auffällig wären gelbbraune Farbe, Klumpen oder Schaum aus großen Blasen. Klumpen und grobe Blasen lassen sich meist über Sieben, Wassertemperatur und Aufschlagen verbessern; eine gelbbraune Farbe liegt eher am Pulver selbst.

Welche Tipps gibt es für den ersten Matcha Latte?

Siebe 2 g Matcha, schlage das Pulver mit 30 ml Wasser von etwa 75 °C glatt auf und fülle mit 200 ml Milch oder Haferdrink auf. Probiere erst, dann süße bei Bedarf. Rühre das Pulver nicht direkt in kalte Milch, dort klumpt es leichter.

Welches Matcha-Pulver eignet sich für zu Hause als Einsteiger?

Ein japanischer Matcha von leuchtend grüner Farbe, der fein und weich im Mund ist. Für den Anfang eignet sich eine kleine Packung, damit das Pulver frisch bleibt. Lies das Etikett: Herkunft, Zubereitungsempfehlung und Mindesthaltbarkeitsdatum sollten klar angegeben sein. Für Latte reicht eine Alltagsqualität, zum Trinken pur lohnt sich eine feinere Sorte.

Wie fange ich mit Matcha an?

Matcha ist fein gemahlener Grüntee: Statt Blätter aufzugießen, schlägst du das Pulver mit Wasser auf und trinkst es mit. Lege dir Matcha, Sieb, Schale und einen Chasen zurecht, kaufe nur eine kleine Packung und folge den fünf Schritten oben. Starte pur oder als Latte, je nachdem, was dir eher zusagt.

Was kann ich online günstig und trotzdem gut kaufen?

Vergleiche nicht nur den Preis der Packung, sondern den Preis je Portion: 34,90 € für 50 g DAILY sind bei 2 g je Schale etwa 1,40 € je Portion. Sehr billige Pulver können alt oder für Backwaren gedacht sein. Prüfe Herkunft, Farbe und Angaben zu Packung und Zubereitung.