Matcha-Zubehör: Chawan, Chasen, Chashaku, Sieb und welches Set sich lohnt
Welches Zubehör du für die erste Schale Matcha brauchst, worauf es bei Schale, Besen, Löffel und Sieb ankommt und wann sich ein Matcha-Set lohnt.

Für die erste Schale pur brauchst du Matcha, eine weite Schale, einen Bambusbesen (Chasen) und ein Sieb. Der Bambuslöffel (Chashaku) macht das Abmessen angenehmer, lässt sich aber durch eine Waage ersetzen. Für einen Latte genügt zur Not ein Schraubglas oder ein Milchaufschäumer. Ein Matcha-Set lohnt sich, wenn du alle Teile auf einmal brauchst und nicht einzeln zusammensuchen willst.
Was du brauchst und was nicht
Empfohlen für die erste Schale pur: Matcha, Schale, Chasen und Sieb. Damit gelingt das Aufschlagen am zuverlässigsten. Das Sieb löst Klümpchen, bevor das Wasser dazukommt. Ohne Sieb bleiben auch mit gutem Besen oft kleine Nester im Pulver. Der Ablauf: 2 g in die Schale sieben, mit 70 ml Wasser (ca. 75 °C) zu feinem Schaum aufschlagen, dabei den Besen in schnellen Zickzack-Bewegungen locker aus dem Handgelenk führen.
Für Latte brauchst du nicht das ganze Besteck. Rühre 2 g Matcha mit 30 ml Wasser (ca. 75 °C) in einem Glas glatt, entweder mit einem Milchaufschäumer oder indem du alles im Schraubglas kräftig schüttelst. Dann füllst du mit 200 ml Milch oder Haferdrink auf, auf Eis oder warm. Das klappt auch für einen Latte zum Mitnehmen im Thermobecher. Der Chasen gibt feineren Schaum, ist für den Latte aber kein Muss.
Wie viel Ausrüstung zählt? Zubehör spürst du an drei Stellen: bei Klümpchen (Sieb), beim Schaum (Besen) und in der Hand (Schale). Alles andere ist Dekoration oder Gewohnheit. Als Einsteiger fährst du mit wenigen guten Teilen besser als mit vielen mittelmäßigen.
Warum ein Chasen? Die feinen Bambusborsten brechen Klümpchen auf und bringen Luft ins Wasser. So entsteht ein feiner Schaum. Mit einem Löffel oder einem Schneebesen aus Draht gelingt das weniger zuverlässig.
Geht ein normaler Schneebesen statt Chasen? Für den Latte ja. Für die pure Schale meist nur mit Abstrichen: Der Schaum wird gröber und das Pulver verteilt sich schlechter. Die brauchbarste Notlösung ist ein kleiner elektrischer Milchaufschäumer.
Taugt der Chasen für andere Pulvergetränke? Technisch ja, für andere feine Pulver in Wasser oder Milch. Bambus kann aber Aromen annehmen, deshalb ist ein eigener Besen nur für Matcha die sauberere Lösung.
Wenn du ganz neu anfängst: Hast du schon eine geeignete Schale, ist das START RITUAL der einfachste Weg; ohne Schale nimmst du das FULL RITUAL, das die Schale mitbringt. Wer erst einmal testen will, kommt mit Matcha, Sieb und einem Milchaufschäumer ebenfalls zurecht.
Günstige Sets von Marktplätzen: Sehr billige Pakete enthalten oft Pulver mit unklarer Herkunft und Besen mit wenigen, groben Borsten. Frag bei jedem Angebot: Woher stammt das Pulver, wie viel Gramm sind enthalten, welche Teile gehören dazu und ist eine Schale dabei? Erst dann lässt sich ein Set sinnvoll vergleichen, auch das Starterset eines anderen Anbieters.
Worauf du beim Material achtest: Achte bei Bambus auf unlackierte Oberflächen, bei Schalen auf eine glatte, geruchsfreie Glasur und bei jedem Teil auf eine klare Materialangabe. Lackierte, stark riechende oder nicht bezeichnete Teile lässt du besser liegen.
Schale: Glas RIN und Keramik AKENO
Die Schale (Chawan) hast du am häufigsten in der Hand. Sie sollte weit genug sein, damit der Besen frei arbeiten kann, und deutlich mehr fassen als die 70 ml Wasser der puren Zubereitung, damit nichts überschwappt. Eine feste Größe in ml gibt es nicht. Als Faustregel gilt: Das Wasser füllt nur den unteren Teil der Schale, und der Besen hat rundherum Platz. Eine schmale Tasse macht das Aufschlagen mühsam, weil die Borsten gegen die Wand stoßen.
Glas (RIN): Du siehst Schaum und Farbe von der Seite, die Schale lässt sich leicht reinigen und nimmt keine Gerüche an.
Keramik (AKENO): Die grün-goldene Glasur verleiht ihr einen handwerklichen Look. Sie hat ein dunkles Inneres, vor dem sich der grüne Schaum gut abhebt. Den Schaum siehst du nur von oben. Nach dem Gebrauch spülst du sie mit Wasser aus und lässt sie vollständig trocknen.
Unterschiede zwischen Schalen: Es gibt flache, weite Schalen und tiefere, schmalere. Weite Schalen geben dem Besen mehr Platz und sind für Einsteiger leichter zu handhaben. Tiefere, schmalere Schalen werden eher für die dicke Zubereitung genutzt.
Passt mein Chasen zur Schale? Der Besen sollte mit etwas Luft rundherum hineinpassen. Ist er zu groß, bleibt er an den Rändern hängen und der Schaum wird ungleichmäßig.
Wo bekommt man Schalen? Bei Töpfern, in Teefachgeschäften, auf Handwerksmärkten und in Online-Shops mit Teezubehör. Bei uns gibt es die Glasschale RIN und die Keramikschale AKENO. Prüfe immer: glatte Innenglasur, ruhiger Stand, keine Risse oder Absplitterungen, kein Geruch.
Handgemachte Schalen und Einzelstücke: Es gilt dieselbe Prüfliste. Eine handbemalte oder auf Reisen gekaufte Schale ist ein schönes Stück, sollte aber innen glatt und ohne Haarrisse sein, damit sie sich gut reinigen lässt. Eine Schale nach eigenem Entwurf bestellst du beim Töpfer, die Wartezeit ist meist länger.
Herkunft einer Schale bestimmen: Schau zuerst auf den Stempel am Fuß. Er nennt meist die Werkstatt oder den Töpfer. Liegen Begleitpapiere oder ein beschrifteter Holzkasten bei, lass die Aufschrift übersetzen: Dort stehen oft Werkstatt, Ort und Name der Schale. Ohne Stempel und Papiere lässt sich die Herkunft allein nach einem Foto kaum bestimmen.
Weiße Ablagerungen in der Glasur: Ein weißer Belag in feinen Glasurrissen ist meist Kalk aus hartem Wasser. Löse ihn mit verdünnter Zitronensäure oder Essigwasser, spüle gründlich nach und lass die Schale vollständig trocknen. Bleibt der Belag oder riecht die Schale, nutzt du sie besser nur noch als Dekoration.
Die große Schale aus dem Teeladen: Eine Schale, die deutlich größer ist als ein Chawan und als Wasserschale verkauft wird, ist meist ein Kensui. In dieses Gefäß gießt man bei der Teezeremonie das Spülwasser aus der Teeschale. Zum Aufschlagen von Matcha ist sie nicht gedacht.
Wenn eine Schale bricht: Keramik lässt sich kleben oder in einer Werkstatt mit der Kintsugi-Technik reparieren. Für Schalen, aus denen du trinkst oder die mit Matcha in Berührung kommen, sollte die Reparatur ausdrücklich lebensmittelecht sein. Im Zweifel bleibt die Schale danach Dekoration.
Mit auf Reisen: Im Handgepäck polsterst du die Schale mit einem Tuch, steckst den Chasen mit der Kappe nach oben dazu und verpackst das Pulver dicht.
Chasen, Chashaku und Sieb
Chasen: Achte auf feine, gleichmäßige Borsten und saubere Verarbeitung am Bambus. Besen mit langem, schmalem Griff sind für Becher und hohe Gläser gedacht, etwa beim Latte. Das ist eine Frage der Form, nicht der Qualität: Entscheidend sind die Borsten. Ein Halter (Kusenaoshi) hält die Borsten in Form, ist aber kein Muss, auch nicht beim langen Griff. Ohne Halter stellst du den Besen zum Trocknen aufrecht auf den Griff, an einen luftigen Ort, und legst ihn nicht feucht in eine geschlossene Dose. Nach dem Gebrauch spülst du ihn mit lauwarmem Wasser, ohne Spülmittel, und lässt ihn trocknen. Dass mit der Zeit einzelne Borsten brechen, ist bei Bambus normal. Bricht bald ein ganzer Kranz, war die Verarbeitung schwach. Langlebige Besen findest du bei Teefachhändlern, mit dichten Borsten und glatt geschnittenen Spitzen.
Chashaku: Der Bambuslöffel ist leicht gebogen. Die Krümmung zeigt beim Abmessen zur Schale hin und hilft, das Pulver abzustreifen. Wie viel Pulver auf einen Löffel passt, fällt je nach Löffel und Füllung unterschiedlich aus. Wiege deshalb einmal 2 g mit einer Feinwaage ab und merke dir, wie viele Löffel das bei deinem Chashaku sind.
Sieb: Ein feines Sieb über der Schale, dazu ein kleiner Löffel zum Durchstreichen. Du siebst die 2 g direkt in die Schale, bevor das Wasser dazukommt.
START RITUAL gegenüber FULL RITUAL
Das START RITUAL kostet 80,90 € und enthält RINSUMILA DAILY (50 g), Chasen, Chashaku und Sieb. Es passt, wenn du schon eine geeignete Schale zu Hause hast.
Das FULL RITUAL enthält zusätzlich eine Schale, wahlweise die Glasschale RIN für 119,90 € oder die Keramikschale AKENO für 124,90 €. Die Schale wählst du beim Kauf. Wer alles neu braucht, bekommt damit alle fünf Teile in einem Paket.
Zur Einordnung: DAILY 50 g (im Beutel) ergibt etwa 25 Portionen zu 2 g, das sind etwa 1,40 € je Portion. Danach kaufst du nur noch Pulver nach, das Zubehör bleibt.
Einzelkauf oder Set
Ein Set lohnt sich, wenn du alles brauchst: Die Teile kosten im Set zusammen weniger als einzeln, die Einzelpreise stehen auf den Produktseiten. Außerdem musst du die Teile nicht einzeln zusammensuchen. Einzeln kaufst du, wenn schon etwas da ist oder du gezielt ersetzt, zum Beispiel einen abgenutzten Besen oder eine angeschlagene Schale.
Beim Pulver liegt der übliche Handelspreis für 30 g japanischen Matcha bei etwa 19 bis 49 €, die Spanne ist groß. Rechne bei jedem Set nach: wie viel Pulver, welche Teile und welcher Versand. Bei uns kostet der Versand in Deutschland 4,90 € und entfällt ab 49 €.
Als Geschenk
Ein Set ist als Geschenk praktisch, weil nichts fehlt. Weißt du nicht, was die Person schon besitzt, nimm das FULL RITUAL mit Schale. Hat sie bereits Schalen, reicht das START RITUAL. Welche Schale besser passt, hängt vom Geschmack ab: Glas sieht klar und modern aus, Keramik handwerklich.
Stellst du ein Geschenk aus Einzelteilen zusammen, gehören Matcha, Chasen, Sieb und Schale hinein, der Chashaku ist ein hübscher Zusatz. Mehr braucht es nicht. Suchst du ein Set außerhalb Europas, etwa in Australien, schau zuerst in lokalen Teefachgeschäften und bei spezialisierten Online-Shops, die die Lieferung in dein Land ausdrücklich bestätigen. Achte auf Versandkosten, Einfuhrabgaben und Lieferzeit und frag nach Herkunft und Charge des Pulvers. Wir liefern in die EU, nach Monaco, in die Schweiz und nach Liechtenstein; die Länder siehst du im Checkout.
Häufige Fragen
Wo bekomme ich einen Chawan?
In Teefachgeschäften, bei Töpfern, in Online-Shops mit Teezubehör und bei uns als Glasschale RIN oder Keramikschale AKENO. Achte auf glatte Innenglasur, sicheren Stand und Geruchsfreiheit.
Wo kann ich eine Matcha-Schale kaufen?
Überall dort, wo du Teezubehör ansehen kannst: Teeläden, Töpfermärkte, Fachhändler und Online-Shops. Prüfe Material, Glasur und Weite. Für den Anfang reicht eine weite, glatt glasierte Schale ohne Verzierung im Inneren.
Wie voll sollte ich den Chashaku füllen?
Eine feste Füllmenge gibt es nicht, weil Löffel und Füllung unterschiedlich ausfallen. Üblich sind 1 bis 2 g je Schale. Wiege 2 g einmal mit einer Feinwaage ab und zähle, wie viele Löffel das bei dir sind.
Was ist ein Matcha-Kit?
Ein Kit bündelt Pulver und Zubehör: meist Chasen, Chashaku, Sieb und optional eine Schale. Das START RITUAL und das FULL RITUAL sind solche Kits.
Worauf achte ich bei einem Set in Japan?
Auf glatte Glasur, saubere Borsten am Chasen und klare Herkunftsangaben. Frag nach, was Souvenir und was alltagstauglich ist, und überlege vor der Rückreise, wie du Schale und Besen heil nach Hause bringst.