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Herausgegeben von RINSUMILA

Hojicha oder Matcha? Der geröstete Tee auf den Cafékarten 2026

Hojicha ist gerösteter grüner Tee, Matcha gemahlener Tencha. Unterschied, Geschmack, Latte und was sich zum Koffein sagen lässt.

Zwei Tassen nebeneinander: ein brauner Hojicha Latte und ein hellgrüner Matcha Latte, davor geröstete Teeblätter und Matcha-Pulver

Hojicha ist gerösteter grüner Tee aus Japan: braun statt grün, mit Röstnoten, die an Nüsse, Karamell oder Kakao erinnern. Matcha ist zu Pulver vermahlener Tencha aus beschatteten Blättern, leuchtend grün, mit Umami und frischer, grasiger Süße. Auf Cafékarten stehen beide meist als Latte, und welcher dir besser schmeckt, ist Geschmackssache. Zum Koffein nennen wir für Matcha die Spanne aus veröffentlichten Analysen, für Hojicha keine Zahl, weil uns dafür keine belastbare Primärquelle vorliegt.

Stand: 05.10.2026.

Was Hojicha ist

Der Name sagt es schon: "Hōji" heißt auf Japanisch rösten, "cha" Tee. Für Hojicha wird grüner Tee nach der Herstellung geröstet. Dabei verliert er seine grüne Farbe und wird hell- bis dunkelbraun, im Aufguss rötlich-braun. Je nach Hersteller werden Blätter, Stängel oder beides geröstet, und auch die Röststärke unterscheidet sich.

Klassisch wird Hojicha als Blatttee aufgegossen, ähnlich wie Sencha. Für Latte, Desserts und Gebäck gibt es ihn inzwischen auch als feines Pulver, das sich wie Matcha in Wasser oder Milch einrühren und aufschlagen lässt. Dieses Pulver ist kein Matcha, auch wenn es im Café manchmal "Hojicha-Matcha" heißt: Es ist gemahlener gerösteter Tee, kein gemahlener Tencha.

Begriffe wie "Ceremonial Hojicha" sind, wie beim Matcha, keine geschützte Bezeichnung. Was im Pulver steckt, zeigen Zutatenliste, Herkunftsangabe und die Angaben des Herstellers, nicht das Etikettenwort.

Matcha zum Vergleich

Matcha entsteht aus Tencha. Die Teesträucher werden vor der Ernte etwa zwei bis drei Wochen abgedeckt, die Blätter nach dem Pflücken gedämpft, ungerollt getrocknet und zu feinem Pulver vermahlen [1]. Geröstet wird Matcha nicht; deshalb bleibt er grün.

Herstellung
Hojicha
grüner Tee, geröstet
Matcha
beschatteter Tencha, gemahlen
Farbe
Hojicha
braun, im Aufguss rötlich-braun
Matcha
leuchtend grün
Geschmack
Hojicha
Röstnoten: nussig, karamellig, manchmal rauchig
Matcha
Umami, Süße, grasig, manchmal algig
Form
Hojicha
Blatttee oder Pulver
Matcha
nur Pulver
Typische Zubereitung
Hojicha
aufgießen; Pulver als Latte
Matcha
aufschlagen, pur oder als Latte
Koffein in diesem Artikel
Hojicha
keine Zahl
Matcha
Literaturspanne, siehe unten

Geschmack: Röstnoten gegen Umami

Hojicha schmeckt nach dem Rösten: warm, nussig, karamellig, bei kräftiger Röstung auch rauchig oder leicht bitter. Manche finden darin Kakao oder geröstetes Getreide wieder. Grüne, grasige Noten treten in den Hintergrund. Wer Hojicha zum ersten Mal trinkt und nicht mag, liegt damit nicht falsch: Der Röstcharakter ist ausgeprägt und nicht jedermanns Sache. Ein anderer Röstgrad oder ein Latte statt eines Aufgusses kann aber ganz anders schmecken.

Matcha schmeckt nach dem grünen Blatt: Umami, eine leichte Süße, frisch-grasige und manchmal algige Noten. Fischige oder algige Noten können sortentypisch sein; deutlich muffig oder ranzig ist dagegen ein Warnsignal. Bitter wird Matcha eher, wenn das Wasser zu heiß ist oder zu viel Pulver im Verhältnis zum Wasser steckt.

Mit Milch rücken beide näher zusammen. Milch nimmt Matcha einen Teil der Herbe und des Umami, und die Röstnoten von Hojicha passen zu Milch und leichter Süße. Deshalb funktionieren beide als Latte, warm oder auf Eis.

Warum schmeckt Hojicha im einen Café ganz anders als im nächsten? Aus denselben Gründen wie beim Matcha: anderes Pulver, anderer Röstgrad, andere Menge, Sirup oder eine fertig gesüßte Mischung im Becher.

Zubereitung: Latte, Iced Latte, pur

Matcha-Latte (Hauswerte): 2 g Matcha sieben, mit 30 ml Wasser von etwa 75 °C etwa 15 bis 30 Sekunden zu feinem Schaum aufschlagen und mit 200 ml Milch oder Haferdrink auffüllen, warm oder auf Eis. Pur: 2 g Matcha mit 70 ml Wasser von etwa 75 °C aufschlagen.

Hojicha-Latte: Für Hojicha-Pulver nennen wir keine eigenen Hauswerte. Halte dich an die Mengen auf der Packung. Der Ablauf ist derselbe wie beim Matcha-Latte: Pulver sieben, mit wenig Wasser glatt anrühren oder aufschlagen, dann mit Milch auffüllen. Wer es süß mag, rührt Sirup in den warmen Ansatz, bevor die Milch dazukommt.

Hojicha als Blatttee: Aufgießen nach den Angaben des Herstellers. Den Aufguss kannst du auch mit warmer Milch strecken, er wird dann aber dünner als ein Latte aus Pulver.

Iced Latte: Erst Eis ins Glas, dann kalte Milch, zuletzt den aufgeschlagenen Ansatz. Das gilt für beide Pulver gleichermaßen.

Koffein: was sich belegen lässt

Matcha enthält von Natur aus Koffein. Nach veröffentlichten Analysen üblich sind etwa 14 bis 44 mg je Gramm Pulver; der Wert ist sorten- und chargenabhängig [2][3]. Für eine Portion von 2 g ergibt das rechnerisch etwa 30 bis 90 mg. Für unsere eigenen Chargen nennen wir erst dann eine Zahl, wenn ein Analysewert vorliegt.

Auch Hojicha wird aus grünem Tee hergestellt und enthält Koffein. Eine Zahl nennen wir dafür nicht: Uns liegt keine Primärquelle vor, die einen belastbaren Wert oder eine Spanne für Hojicha belegt, und Angaben aus Presseberichten, Werbung oder sozialen Medien übernehmen wir nicht. Wenn du es für ein bestimmtes Produkt wissen möchtest, frag den Hersteller nach einem Analysewert für die Charge.

Eine Rangfolge stellen wir bewusst nicht auf. Dieser Artikel vergleicht Herstellung, Geschmack und Zubereitung; welcher Tee für dich der richtige ist, entscheidet dein Geschmack.

Warum Hojicha 2026 auf den Cafékarten steht

Fachpresse aus der Lebensmittel- und Getränkebranche berichtete im Mai und im August 2026 über Hojicha als möglichen "neuen Matcha" und darüber, ob er Matcha den Rang ablaufen könnte. Als Hintergrund wurde unter anderem genannt, dass Hersteller die Engpässe bei Matcha noch gut in Erinnerung haben.

Diese Engpässe sind belegt: Der Forschungsdienst des japanischen Oberhauses zitiert Monatsberichte des japanischen Verbands zur Förderung der Teeausfuhr aus dem Jahr 2025, wonach das Angebot im Inland dem Matcha-Boom im Ausland nicht nachkam und Matcha-Bestellungen nicht vollständig angenommen werden konnten [4]. Für Cafés ist Hojicha damit eine zweite japanische Teesorte, die sich mit denselben Handgriffen als Latte zubereiten lässt und anders schmeckt.

Für dich heißt das vor allem: Auf vielen Karten stehst du vor der Wahl zwischen grün und geröstet. Probier beide einmal ungesüßt oder nur leicht gesüßt, dann schmeckst du den Unterschied am deutlichsten.

Hojicha bei RINSUMILA

Hojicha führen wir nicht; unser Sortiment besteht aus Matcha und Zubehör. Für Latte und Iced Latte ist RINSUMILA DAILY gedacht, gemahlener grüner Tee aus Japan im 50-g-Doypack für etwa 25 Gläser. Wie du den Latte aus dem Café zuhause nachbaust, mit Mengen, Sirup und Schaum, steht im Ratgeber Café-Matcha zuhause nachbauen.

Häufige Fragen

Ist Hojicha gerösteter Matcha?

Nein. Hojicha ist gerösteter grüner Tee, meist aus Blättern oder Stängeln, die geröstet und dann aufgegossen oder gemahlen werden. Matcha ist gemahlener Tencha aus beschatteten Blättern und wird nicht geröstet. Pulver, die als gerösteter Matcha verkauft werden, sind ein eigenes Produkt; was darin steckt, zeigen die Angaben des Herstellers.

Hat Hojicha weniger Koffein als Matcha?

Für Hojicha nennen wir keine Zahl, weil uns dafür keine belastbare Primärquelle vorliegt. Für Matcha sind nach veröffentlichten Analysen etwa 14 bis 44 mg je Gramm üblich, für 2 g rechnerisch etwa 30 bis 90 mg. Einen verlässlichen Vergleich für ein bestimmtes Produkt liefert nur ein Analysewert der jeweiligen Charge.

Wie schmeckt ein Hojicha-Latte im Vergleich zum Matcha-Latte?

Ein Hojicha-Latte schmeckt nach Röstung: nussig, karamellig, manchmal nach Kakao. Ein Matcha-Latte schmeckt grüner, mit Umami und leichter Süße. Milch macht beide weicher; welcher dir besser gefällt, ist Geschmackssache.

Gibt es Hojicha als Pulver für zuhause?

Ja, Hojicha gibt es als Blatttee und als feines Pulver. Das Pulver bereitest du wie einen Matcha-Latte zu, mit den Mengen von der Packung. Den Blatttee gießt du nach den Angaben des Herstellers auf.

Quellen

  1. Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries (MAFF) (2026): 茶をめぐる情勢 (japanisch). Lagebericht Tee, Juli 2026.
  2. Kochman J, Jakubczyk K, Antoniewicz J, Mruk H, Janda K (2021): Übersichtsarbeit; herangezogen für Angaben zur chemischen Zusammensetzung, Abschnitt 2.2. Molecules 26(1):85. DOI: 10.3390/molecules26010085.
  3. Kika J, Jakubczyk K, Ligenza A, Maciejewska-Markiewicz D, Szymczykowska K, Janda-Milczarek K (2024): Matcha Green Tea: Chemical Composition, Phenolic Acids, Caffeine and Fatty Acid Profile. Foods 13(8):1167.
  4. Tokunaga H (2025): 茶の輸出拡大 -抹茶供給体制の現状と課題- (japanisch). 立法と調査 Nr. 480, S. 87-96, Forschungsdienst des japanischen Oberhauses, 02.12.2025.

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