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· Aktualisiert Herausgegeben von RINSUMILA

Matcha-Dose lesen: Etikett, Charge, Öko-Siegel und Analysezertifikat

So liest du eine Matcha-Dose: Pflichtangaben, japanische Begriffe, Charge und MHD, EU-Öko-Logo und was ein Analysezertifikat aussagt.

Zwei unbedruckte Metalldosen, ein unbedruckter Kraftpapierbeutel, ein Schälchen mit Matcha-Pulver und Bambuslöffel sowie eine Lupe auf einem Holztisch

Auf einer Matcha-Dose stehen mehr Informationen, als man beim ersten Blick sieht: Bezeichnung, Zutaten, Füllmenge, Hersteller, Mindesthaltbarkeitsdatum und meist eine Losnummer. Die Charge sagt dir, welcher Produktionsposten in deiner Dose steckt, ein Analysezertifikat kann Messwerte zu genau einem solchen Posten dokumentieren, und zu ökologisch erzeugter Ware gehört immer der Code der Kontrollstelle. Dieser Artikel erklärt allgemein, wie du das alles liest und was es jeweils aussagt und was nicht.

Pflichtangaben auf Lebensmitteln: das steht vor und nach dem Kauf

Für verpackte Lebensmittel gilt in der EU die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Ein Online-Shop muss die meisten Pflichtangaben schon vor dem Kauf zeigen, nicht erst auf der Packung. Dazu gehören:

  • Bezeichnung des Lebensmittels
  • Zutatenverzeichnis und Allergene
  • Nettofüllmenge
  • Hinweise zur Aufbewahrung und Verwendung
  • Name und Anschrift des verantwortlichen Lebensmittelunternehmers
  • Herkunft, soweit sie vorgeschrieben ist
  • Grundpreis (Preis je Kilogramm)

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist von der Online-Pflicht ausgenommen und steht auf der Packung. Das gilt auch für die Losnummer. Fehlt in einem Shop vor dem Kauf eine der übrigen Angaben, ist das ein Grund zum Nachfragen. Zusätzlich braucht ein Shop ein Impressum mit Name, Anschrift und einer schnellen Kontaktmöglichkeit, bei Unternehmen auch Handelsregister und Umsatzsteuer-ID, sofern vorhanden. Wie du als Verbraucher im Fernabsatz widerrufen kannst, steht in der Widerrufsbelehrung des jeweiligen Shops.

Zutatenliste: was in reinem Matcha steht

Reiner Matcha enthält ausschließlich gemahlenen Grüntee. Eine separate Zutatenliste kann entfallen, wenn die Lebensmittelbezeichnung die einzige Zutat eindeutig erkennen lässt. Ist eine Zutatenliste vorhanden, nennt sie Grüntee oder Matcha. Steht dort mehr, etwa Zucker, Milchpulver, Aroma oder Pflanzenextrakte, ist es kein reiner Matcha, sondern eine Mischung, zum Beispiel ein Latte-Pulver. Das ist nicht automatisch schlecht, aber es ist ein anderes Produkt und sollte auch so benannt sein.

Achte außerdem auf die Reihenfolge: Zutaten werden nach Gewichtsanteil absteigend aufgeführt. Steht Zucker an erster Stelle, besteht der größte Teil der Mischung nicht aus Tee.

Japanische Schriftzeichen und Begriffe auf der Dose

Viele Dosen aus Japan tragen nur japanische Schrift oder einen kleinen Aufkleber mit einer Übersetzung. Ein paar Begriffe kehren fast immer wieder:

  • 抹茶 (Matcha): feines Pulver aus beschatteten, gedämpften und gemahlenen Teeblättern.
  • 原材料名 (Zutaten): hinter diesem Feld steht die Zutatenliste.
  • 内容量 (Inhalt): die Füllmenge, meist in Gramm.
  • 賞味期限 (Mindesthaltbarkeit): das Datum, bis zu dem der Hersteller die erwartete Qualität zusagt. Die Reihenfolge von Jahr, Monat und Tag ist je nach Packung verschieden.
  • 保存方法 (Aufbewahrung): Hinweise zur Lagerung, bei Matcha meist kühl, dunkel und dicht verschlossen.
  • 製造者 (Hersteller): wer das Produkt herstellt oder abfüllt.
  • 宇治 (Uji): ein bekanntes Teeanbaugebiet. Der Ortsname auf einer Dose ist eine Herkunftsangabe des Herstellers, kein Qualitätsurteil.

Eine Übersetzungs-App liest Schriftzeichen auf glänzenden, gewölbten Dosen oft schlecht. Fotografiere das Etikett flach, bei Tageslicht und ohne Spiegelung, dann klappt es besser.

Zusätzliche Begriffe: "Ceremonial", Mahlung und Ernte

"Ceremonial" ist keine geschützte Bezeichnung. Jeder Hersteller darf das Wort verwenden, und ohne weitere Angaben sagt es nichts Überprüfbares über das Produkt. Frag lieber nach Herkunft, Erntejahr und Charge.

Manche Dosen nennen außerdem die Art der Mühle oder den Zeitpunkt der Ernte. Ein Hinweis auf die Mühle beschreibt, wie das Pulver vermahlen wurde, und ein Hinweis auf die früheste Frühjahrsernte bedeutet, dass die Blätter vom ersten Austrieb des Jahres stammen. Beides sind Herstellerangaben. Lass dir solche Angaben vom Händler belegen, bevor du sie als Kaufargument gelten lässt.

Das Zeichen "Nihoncha" (日本茶)

Seit dem 10.07.2026 ist "Nihoncha" (日本茶, japanischer Tee) in Japan als geografische Angabe (GI) eingetragen. Laut japanischem Agrarministerium (MAFF) ist es die erste geografische Angabe, die nicht ein einzelnes Anbaugebiet, sondern japanischen Tee insgesamt betrifft: grünen Tee, der in Japan angebaut und verarbeitet wurde, darunter Matcha. Den Namen als geografische Angabe und das GI-Zeichen dürfen nur Erzeugnisse führen, die der Eintragung entsprechen. Als einen Anlass nennt das Ministerium Fälle wie in China hergestelltes "Uji-Matcha" im Handel [1].

Was das Zeichen aussagt: Der Tee wurde in Japan erzeugt und verarbeitet und erfüllt die Kriterien der Eintragung. Was es nicht aussagt: Über Rückstände, Messwerte oder den Geschmack einer bestimmten Dose sagt es nichts. Dafür zählen Charge, Analysezertifikat und deine eigene Probe.

Charge, Ernte und MHD

Eine Charge (auch Los) ist ein Produktionsposten, der unter gleichen Bedingungen hergestellt oder abgefüllt wurde. Die Losnummer ist die Kennung dieses Postens. Sie hilft dem Hersteller, bei Rückfragen oder Rückrufen genau nachzuvollziehen, welche Ware betroffen ist.

  • Wo steht sie? Meist auf dem Boden der Dose, auf der Rückseite oder am Verschluss. Oft ist sie aufgedruckt oder geprägt und beginnt mit "L", "LOT", "Lot-Nr." oder "Ch.".
  • Wo steht das MHD? Häufig direkt daneben, manchmal auch als Aufkleber, den der Händler oder Abfüller angebracht hat.
  • Fehlt die Losnummer? In der EU kann ein ausreichend genaues MHD die Loskennzeichnung ersetzen. Eine Dose ohne jede Angabe ist ein Anlass, beim Händler nachzufragen.
  • Ernte und Jahrgang: Ein Erntejahr steht nur auf manchen Dosen. Es ist nicht dasselbe wie das MHD und auch nicht dasselbe wie die Losnummer.

Das MHD ist keine Verfallsangabe. Es sagt, bis wann der Hersteller bei richtiger Lagerung die typischen Eigenschaften zusagt. Nach dem Öffnen verändern Luft, Licht und Wärme das Pulver, deshalb solltest du eine geöffnete Dose am besten innerhalb weniger Wochen verbrauchen. Riecht Matcha muffig oder ranzig, ist er feucht, bildet er feuchte Klumpen oder siehst du Schimmel, entsorge ihn. Farbe oder Geschmack allein sagen nichts darüber, ob ein Pulver noch verwendbar ist.

EU-Öko-Logo und Kontrollstellennummer

Das EU-Öko-Logo (das grüne Blatt aus Sternen) darf nur Ware tragen, die nach den EU-Vorschriften zur ökologischen Erzeugung erzeugt und kontrolliert wurde. Für die Einordnung zählen zwei Angaben:

  • die Kontrollstellennummer: sie besteht aus einem Ländercode, einem Wort für ökologisch und einer Nummer und benennt die Stelle, die den Betrieb kontrolliert; sie muss bei ökologisch gekennzeichneter Ware angegeben sein
  • die Herkunftsangabe der landwirtschaftlichen Rohstoffe, also ob sie aus der EU, aus Nicht-EU-Ländern oder aus beiden stammen; sie gehört dazu, wenn das EU-Öko-Logo verwendet wird

Fehlt die Kontrollstellennummer, ist das ein Warnsignal. Ein Foto eines grünen Blatts oder Wörter wie "natürlich" oder "naturrein" ersetzen das Logo nicht. Auf japanischen Dosen steht für Öko-Ware oft 有機 (yūki) und ein JAS-Zeichen. Importierte Ware darf als ökologisch verkauft werden, wenn sie die einschlägigen EU-Importvorschriften erfüllt. Der Kontrollstellencode muss angegeben sein; das EU-Öko-Logo ist bei importierten Produkten optional. Wird das Logo verwendet, gehört auch die Angabe zur Herkunft der landwirtschaftlichen Rohstoffe dazu. Details dazu veröffentlichen die zuständigen Behörden.

Was das Siegel nicht sagt: Es beschreibt die Art des Anbaus, nicht den Geschmack. Ob ein Öko-Matcha "natürlicher" schmeckt, lässt sich damit nicht beantworten, denn Sorte, Beschattung, Erntezeitpunkt und Verarbeitung prägen den Geschmack viel stärker. Das Siegel ist außerdem keine Aussage über einzelne Messwerte. Wer wissen will, was in einer bestimmten Charge gemessen wurde, schaut ins Analysezertifikat. Auch "beschattet" (englisch shade grown) ist kein Hinweis auf ökologische Erzeugung: Beschattung beschreibt einen Schritt im Anbau von Tencha, aus dem Matcha vermahlen wird, und hat mit dem Öko-Logo nichts zu tun. Und "säurearm" ist keine geregelte Angabe auf Matcha-Dosen: Wenn ein Händler so etwas schreibt, frag nach, worauf sich das stützt.

Ob du Ware mit oder ohne Öko-Logo kaufst, entscheidest du nach dem Kriterium, das dir wichtig ist: Anbauart, Preis, Geschmack oder belegbare Messwerte. Jedes davon steht an einer anderen Stelle.

Analysezertifikat (COA): was es aussagt und was nicht

Ein Analysezertifikat (englisch Certificate of Analysis, kurz COA) ist ein Dokument, in dem ein Prüflabor die Ergebnisse von Messungen an einer bestimmten Probe festhält. Es ist ein Messbericht. Es sagt, was an dieser Probe mit welcher Methode gemessen wurde, und nicht mehr.

Woran du ein brauchbares Zertifikat erkennst

  • Name des Labors und Datum des Berichts
  • Probenbezeichnung mit Produktname und Losnummer (Chargennummer)
  • Probenahme: Datum und wer die Probe gezogen hat
  • Parameter: was gemessen wurde
  • Methode: nach welchem Verfahren gemessen wurde
  • Messwert mit Einheit und Quantifizierungsgrenze: der niedrigste Gehalt, den das Verfahren mit ausreichender Genauigkeit mengenmäßig erfassen kann. Eine zusätzlich genannte Nachweisgrenze bezeichnet den niedrigsten Gehalt, bei dem sich der Stoff nachweisen lässt.
  • Vergleichswert, falls vorhanden, etwa ein gesetzlicher Höchstgehalt
  • Unterschrift oder Freigabe des Labors

Wie ordnest du Charge und Zertifikat zu?

Die Losnummer auf der Dose muss mit der Losnummer im Zertifikat übereinstimmen. Steht im Zertifikat nur ein Produktname und ein Datum, kannst du das Dokument keiner bestimmten Dose zuordnen. Ein Zertifikat zu einer anderen Charge sagt nichts über deine. Gleiches gilt für Zertifikate, die für mehrere Produkte oder Sorten gemeinsam gelten: Prüfe, ob tatsächlich dein Produkt und deine Charge gemeint sind. Außerdem gilt: Eine Probe steht für einen Posten, ist aber nicht der ganze Posten.

Welche Werte tauchen auf?

Bei Matcha und anderem Tee werden häufig diese Gruppen genannt:

  • Pestizidrückstände: oft je Substanz oder als Summe, mit Nachweis- und Quantifizierungsgrenze
  • Schwermetalle: meist Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen
  • Aluminium
  • Mikrobiologische Werte: etwa Keimzahlen, Hefen und Schimmelpilze
  • Radioaktivität: bei Tee aus Japan häufig Cäsium

Nicht jedes Zertifikat deckt alle Gruppen ab. Was nicht gemessen wurde, steht nicht drin, und ein fehlender Wert ist keine Aussage. Zu Pestizidrückständen gibt es gesetzliche Höchstgehalte, deren aktuelle Fassung du bei den Behörden findest. Dieser Artikel bewertet keine Zahlen und sagt nichts darüber, ob ein Wert für dich passt. Er erklärt nur, wo du sie findest und wie du sie einordnest.

Bezugswerte: was Behörden festgelegt haben

Stand: 05.10.2026. Für einige der genannten Stoffe gibt es Werte, an denen sich Behörden orientieren. Sie dienen der Einordnung und sind keine Bewertung eines einzelnen Zertifikats:

  • Aluminium: Einen EU-Höchstgehalt für Aluminium in Tee gibt es nicht. Die EFSA hat 2008 eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme von 1 mg Aluminium je kg Körpergewicht abgeleitet, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 2019 darstellt [2]. Die französische Behörde ANSES hat 2025 einen Referenzwert für die langfristige Aufnahme von 0,036 mg je kg Körpergewicht und Tag festgelegt [3]. Beide Werte beziehen sich auf die Aufnahme aus allen Quellen zusammen, nicht auf den Gehalt eines einzelnen Lebensmittels. Mit einem Messwert in mg je kg Pulver lassen sie sich deshalb nicht direkt vergleichen.
  • Perchlorat: Für Tee gilt ein EU-Höchstgehalt von 0,75 mg je kg, bezogen auf das getrocknete Erzeugnis [4].
  • Anthrachinon: Für getrocknete Teeblätter gilt in der EU ein Rückstandshöchstgehalt von 0,02 mg je kg [5].

Zur Größenordnung: Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart maß in Matcha-Proben, über die es im Januar 2026 berichtete, Aluminiumgehalte von 512 bis 2.085 mg je kg [4]. Das zeigt, in welchem Bereich solche Messwerte bei Matcha liegen können. Über eine bestimmte Dose sagt es nichts.

Warnhinweise, "Cleanest Matcha" und Messwerte

Manche Dosen tragen Hinweise auf Blei oder andere Stoffe. Solche Hinweise gehen oft auf Kennzeichnungsvorschriften des Verkaufslandes zurück und sagen für sich nichts über die Messwerte deiner konkreten Charge. Das gilt auch für Fragen wie "Gibt es Blei in Öko-Matcha?": Das Siegel regelt den Anbau, die Messwerte stehen im Zertifikat der Charge. Begriffe wie "clean", "rein" oder "sauber" sind keine definierten Angaben. Frag stattdessen, was gemessen wurde, für welche Charge, mit welcher Nachweis- und Quantifizierungsgrenze und von welchem Labor.

Unbekannte Dose bestimmen

Du hast eine Dose geschenkt bekommen oder auf einer Reise gekauft und willst wissen, was drin ist oder wo du mehr davon findest? So gehst du vor:

  1. Alles fotografieren: Vorderseite, Rückseite, Boden, Deckel und Siegel, jeweils flach und bei Tageslicht.
  2. Felder übersetzen: Nimm die Begriffe aus dem Abschnitt oben und suche zuerst Hersteller (製造者), Inhalt (内容量) und Zutaten (原材料名).
  3. Hersteller oder Abfüller suchen: Name und Ort des Herstellers stehen meist klein am Rand. Mit diesen Angaben findest du die Webseite des Herstellers.
  4. Produktbezeichnung vergleichen: Vergleiche Dosenform, Schriftzeichen, Füllmenge und Bezeichnung mit den Produkten auf der Herstellerseite, nicht nur mit Bildern aus Weiterverkäufen.
  5. Bezugsquelle klären: Zum Nachkaufen eignen sich der Hersteller selbst, spezialisierte Teefachgeschäfte oder Online-Shops, die eine Lieferung in dein Land ausdrücklich bestätigen. Achte auf Versandkosten, Einfuhrabgaben und Lieferzeit.
  6. Nachfragen: Schick dem Hersteller oder Händler die Fotos mit Losnummer und frag, um welches Produkt es sich handelt.

Findest du nichts, ist das kein Beweis für ein schlechtes Produkt: Manche Dosen sind Regionalprodukte, die nie exportiert wurden.

Wann du beim Händler nachfragst

Frag nach, wenn eine der folgenden Angaben fehlt oder unklar ist:

  • Herkunft (Land und Region) und Erntejahr
  • Losnummer und MHD auf der Packung
  • Zutatenliste, Füllmenge, Grundpreis, Name und Anschrift des Unternehmers
  • Belege für Aussagen wie Mühle, Erntezeitpunkt oder Öko-Siegel (Kontrollstellennummer)
  • Zu jedem genannten Messwert: Charge, Labor und Berichtsdatum

Seriöse Händler beantworten solche Fragen konkret. Auch zu Echtheit gilt: Eine nachgemachte Dose erkennst du selten am Foto. Vergleiche Schreibweise, Etikett und Preis mit der Website des Herstellers und kaufe nur bei Händlern, deren Impressum vollständig ist. Weitere Hinweise, wie du Qualität erkennst und was bei der Auswahl zählt, findest du in der Auswahlhilfe.

Häufige Fragen

Kann Öko-Matcha Blei enthalten?

Ja, auch ökologisch erzeugter Matcha kann Spuren von Blei enthalten. Das Öko-Siegel beschreibt Anbau und Kontrolle und schließt Blei nicht aus. Für Kontaminanten wie Blei gelten EU-Höchstgehalte, festgelegt je Stoff und Lebensmittelgruppe, und zwar unabhängig von der Anbauart. Messwerte einer untersuchten Probe kann ein Analysezertifikat zeigen, das dieser Charge zugeordnet ist.

Schmeckt Öko-Matcha natürlicher?

Das Öko-Logo beschreibt die Art von Anbau und Kontrolle, nicht den Geschmack. Sorte, Beschattung, Erntezeitpunkt und Verarbeitung prägen den Geschmack deutlich stärker. Ob dir ein Matcha schmeckt, findest du nur beim Probieren heraus.

Bedeutet Beschattung ökologische Erzeugung?

Nein. Beschattung ist ein Schritt im Anbau von Tencha, aus dem Matcha vermahlen wird, und findet bei ökologischer wie bei konventioneller Erzeugung statt. Ob Ware ökologisch erzeugt wurde, zeigen die Kontrollstellennummer und gegebenenfalls das EU-Öko-Logo.

Wie wähle ich Öko-Matcha aus, wenn Geschmack und Qualität zählen?

Prüfe zuerst die Kontrollstellennummer, damit die ökologische Erzeugung belegt ist. Für Geschmack und Qualität helfen dann die übrigen Angaben: Herkunft, Erntejahr, Losnummer, MHD und die geplante Zubereitung. Fehlt etwas davon, frag beim Händler nach.

Sagt ökologische Erzeugung etwas über die Qualität aus?

Sie sagt etwas über Anbau und Kontrolle, aber nichts über Geschmack, Frische oder einzelne Messwerte. Diese Punkte hängen von Sorte, Verarbeitung, Lagerung und der jeweiligen Charge ab. Messwerte zu einer Charge kann ein Analysezertifikat zeigen.

Quellen

  1. Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries (MAFF) (2026): 茶をめぐる情勢 (japanisch). Lagebericht Tee, Juli 2026, Abschnitt 20.
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2019): Hohe Aluminiumgehalte in einzelnen Matcha-Teeproben. BfR, Stellungnahme Nr. 27/2019, 25.07.2019.
  3. Agence nationale de sécurité sanitaire de l'alimentation, de l'environnement et du travail (ANSES) (o. J.): List of ANSES toxicity reference values (TRVs). ANSES. Eintrag Aluminium: 2025. Abgerufen am 05.10.2026.
  4. Schumacher I, Löw C, Benkenstein A (2026): Matcha: Grüner Genuss pur oder auch versteckte Risiken? Rückstandssituation und Aluminiumgehalte. CVUA Stuttgart, Untersuchungsämter Baden-Württemberg, 16.01.2026.
  5. Li CWY, Walters S, Müller JF, Orlando J, Brasseur GP (2023): Contamination of tea leaves by anthraquinone: The atmosphere as a possible source. Ambio 52(8):1373-1388.

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